Diese Seite drucken

Transformers

Thomas: Die Erwartungen waren erstmal gering, doch der tolle Trailer versprach überraschenderweise eine etwas erwachsenere Umsetzung in Form eines Sci-Fi Kriegsfilms. Leider gibt’s das nur die ersten 20 Minuten in der Wüste zu sehen, danach ist es mit der Spannung vorbei und es geht viel Zeit für den Aufbau einer stereotypischen Liebesgeschichte drauf. Der Rest ist dann solide Roboterklopperei - wobei die stets dümmlich-blind agierenden Menschen fast schon stören. Die Musik ist gut, die Optik sensationell, der Schnitt dagegen eher unausgegoren - viele angerissene Nebenplots bleiben mangels Weiterführung belanglos, und gerade die Roboterkämpfe wirken arg hektisch und teilweise wie geschnitten. Bei dem Filmkonzept von Logik zu sprechen verbietet sich zwar eigentlich von selbst, aber die zahlreichen Unstimmigkeiten und Anschlussfehler fallen doch schon stark auf. Letztlich aber eine unterhaltsame actiongeladene Materialschlacht, Popcorn Kino pur.

Günter: Klar als Popcorn-Action-Kino ohne Anspruch beworben bekommt man genau dieses. Viele lose bedeutungslose Handlungsstränge sowie eine Aneinerderreihung von Anschlußfehlern (wie kann ohne Strom das Licht brennen) sind nichts für den intellektuellen Kinogänger. Ein bisschen mehr Sorgfalt im oftmals harten, abrupten Schnitt hätte dem Kinovergnügen sicherlich ebenso mehr Spaß bereitet wie auch die Entscheidung auf welche Protagonisten den nun das Hauptaugenmerk liegt. Entweder folgt bald ein Extended Cut der jeder Handlungsstrang seine Daseinberechtigung erhält oder aber der Film ist um ein halbes Dutzend Sub-Plots zu lang geworden. Ersteres würde ich bevorzugen, fürs Kino war auf jeden Fall zu viel belangloses Füllmaterial vorhanden. Dieses ausgeblendet bleibt ein unterhaltsamer und kurzweiliger Film mit netten Effekten. Auch Fans der Ur-Transformers, welche ja nun allesamt inzwischen auch nicht mehr ganz so jung sein dürften, werden sich an dieser Reinkarnation erfreuen, auch wenn Megatron leider ein wenig zu kurz kam bzw. die Menschen zu Gunsten der Maschinen auch hätten ganz rausgeschnitten werden können.

Alex: Zuerst: der Film hat mir wirklich gefallen... was ihm aber zum perfekten Actionfilm fehlte bzw. wovon er zuviel hatte waren goofs ala "Strom ist im gesamten Block aus, aber plötzlich ist das Licht wieder an" oder "im hellen losfahren und in finsterer Nacht ankommen" oder einfach die unwichtigen Nebenstränge. Die gesamte Sektor 7 Kacke hätte man sich schenken können, ebenso die Superanalytikerin, die eigentlich nur herausgefunden hat, dass etwas passiert - doll. Die Transformers waren klasse gemacht, die Action war gut, leider hat mich (jetzt im uci Düsseldorf) die Tonquali überhaupt nicht überzeugt. Der echt gute Soundtrack kam leise und zu sehr stereo rüber. Da der Film sich glücklicherweise selbst nicht allzu ernst genommen hat (anders lassen sich die lächerlichen Offiziellen nicht erklären), fielen die schlechten Dinge nicht allzu negativ auf. Man hätte sich etwas mehr auf die Action konzentrieren sollen, weniger langsames Geschwafel und die Superhelden der Spezialeinheit hätte man sich doch bitte ganz schenken können. Aber sei's drum, die 140 Minuten waren ganz gut gefüllt.


Punkte:


Previous page: Filmübersicht
Nächste Seite: Impressum