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Tag, an dem die Erde stillstand, Der

Thomas: Erstmal das Positive: Endlich wieder ein Sci-Fi Film, es kommen viel zu wenige ins Kino, während wir von Fantasyeinheitsbrei überschwemmt werden. Aber wer sich von den explosiven Trailern nun INDEPENDENCE DAY mäßige Alien-Action verspricht, wird schnell enttäuscht. Denn nach durchaus spannendem Beginn bekommt man eigentlich nur nur noch ein um ein paar Alibi-Explosionen aufgepepptes Familiendrama serviert, dem nach und nach die Puste ausgeht. Selbst in der TV-Werbung war mehr Zerstörung drin, wo waren denn nun Kollosseum, Eifelturm und Allianzarena?? Dafür wird ausgiebig die Moralkeule geschwungen mitsamt fettem ökologischen Zeigefinger, dumm nur, dass der Klimawandelhype schon wieder out ist und nun die Finanzkrise Angst und Schrecken verbreitet. So kommt der Ökofilm ein halbes Jahr zu spät, um vom Hypnosegriff der Weltuntergangsmedien noch richtig profitieren zu können. Ohne diesen bleibt er aber genauso blass wie Keanu Reeves.

Günter: Nicht unbedingt reines Popkornkino, versteckt sich doch zwischen den Zeilen eine Hauch von Anspruch. Bedingt durch die statisch angelegt Rolle des Klaatu konnte Keanu Reeves hier kaum Akzente setzen. Der Film, getragen durch Jennifer Connelly (leider nicht unbedingt eine Idealbesetzung), läßt doch an vielerlei stellen Schwächen aufkommen. Wie immer unsinnig agierende Militärs und Politiker mit nicht nach zu vollziehendem Aktivismus. Viele Effekte/Zerstörungsorgien aus den Trailern fehlten, an vielen Stellen gab es dafür Aktion die völlig überflüssig war. Ohne nach zu denken würde der Film bestimmt Spaß machen, so muß er sich aber messen mit ID4 oder Krieg der Welten und fällt doch derbe ab. Auf jeden Fall hat er mein Interesse für das Original geweckt bzw. hat das Potential für einen verlängerten DC um viele der blass gebliebenen Charaktere weiter auszubauen bzw auch die Arena auf Schalke zu pulverisieren.

Alex: Was ich mir irgendwie als Science Fiction Spektakel erhofft hatte, entpuppte sich leider als langweilige und dabei dummerweise noch langwierige Beziehungs- Moralapostelklamotte. Wir sind böse zu unserem Planeten, das hätte man uns aber durchaus spannender servieren können, wenn das ganze als Blockbuster ins Kino kommt. Anfangs ist noch Action zu finden und die ist nicht mal schlecht, leider entwickelt sich daraus ein langweiliges Drama mit einem gewohnt gefühlsarmen Reeves - wobei es hier ausnahmsweise mal zur Rolle passt. Nicht Fisch, nicht Fleisch, irgendwas mittendrin, so auch die Benotung.


Punkte:


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