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Star Wars: Episode VII, Das Erwachen der Macht

Thomas:

Kostümiert zu einer STAR WARS Premiere gehen - Check! :) Der neueste Teil der Sternenkriegssaga ist gleichzeitig ein Remake von wie eine Hommage an Episode IV - EINE NEUE HOFFNUNG von Fans für Fans. So merkt man J. J. Abrahams Bemühen um Fanservice an allen Ecken und Enden, von der Musik über die Kameraeinstellungen, dem geliebten Vintage-Look eines gebrauchten Universums, echten Sets mit Charme und handgemachten Tricks bis zu den geliebten gealterten Charakteren, die ihre Auftritte bekommen. Allerdings muss man storytechnisch feststellen, dass in den vergangen 30 Jahren seit der Zerstörung des zweiten Todessterns wohl nicht allzuviel passiert ist. Die neue Republik hockt offenbar nur noch im Tiefschlaf auf einem halben Dutzend generischer Planeten, die zudem mal eben sinnlos pulverisiert werden. Die eigentlich siegreiche Rebellion hat sich lediglich umbenannt in den Widerstand, versteckt sich aber immer noch mit einer Handvoll Leute und X-Wings in einer geheimen Basis. Und das Imperium nennt sich nun ganz originell die erste Ordnung und hat direkt einen neuen Obermotz + Sith Lord + noch größeren Todesstern als Karikaturen ihrer Vorgänger organisiert. Wobei letzterer sicherheitstechnisch eine noch größere Katastrophe darstellt als die ersten zwei. Da sollten sie vielleicht mal langsam das Kosten/Nutzen Verhältnis von solchen Superwaffen überdenken und wieder stärker auf die Flotte setzen. Dann sieht man auch mehr Action im Weltraum. Witzig: Auch Sith Lords müssen offensichtlich mal klein anfangen – aber seit wann verführerisch sie ist, die helle Seite der Macht? Wobei die Standards zur Aufnahme generell gesunken zu sein scheinen, kann unser neuer mental instabiler Maskenmann nicht mal völlig Untrainierte im Lichtschwertkampf besiegen. Aber die omniperfekte Rey ersetzt mit ihren unglaublichen Universalfähigkeiten sowieso mal eben alle 7 Hauptrollen des kopierten Originals (Macht-Schüler, Macht-Lehrer, Pilot, Mechaniker, Übersetzer, Hacker, Entführungsopfer..) und hätte vermutlich im Vorbeiflug sogar noch den Todesplaneten zerstört, wenn man nicht überflüssigerweise versucht hätte sie zu "retten". Gar nicht zu reden von Han und Leia, für deren Lebens- wie Liebeswerk irgendwie der Resett-Knopf gedrückt wurde als wenn die Originaltrilogie nicht stattgefunden hätte. Dennoch ist Episode VII kurzweilig, unterhaltsam und überraschend witzig. Man darf gar nicht daran denken was inhaltlich daraus hätte werden können, wenn man das Expanded Universe nicht negiert und die Thrawn-Trilogie verfilmt hätte. Theoretisch könnte man diese ja noch leicht zwischen Episode VI und VII dazwischen packen was vielleicht auch das Erwachen der Macht aufwerten würde.. Aber so heißt es nun erstmal warten auf Episode VIII mit der Hoffnung, dass uns dort - da die First Order gerade eine ziemliche Schlappe erlitten hat - nicht einfach nur ein "The second order strikes back" erwartet.

Günter:

Es hat Spaß gemacht nach 30 Jahren endlich mal wieder Star Wars mit neuen Geschichten zu erleben (den Abstecher in die Vergangenheit wollen wir mal wohlwollend ignorieren). Großes Kino funktioniert auch ohne ReBoot oder alternative Zeitlinie. Die Mischung aus neuen Elementen / Charakteren sowie altbekannten gefiel mir so angenehm, dass auch ungewünschte Storyentscheidungen positiv aufgenommen wurden. Dieser Film sorgt mal wieder dafür, dass  die Zeit bis zur Fortsetzung  unerträglich lang wird. Auch für neue Generationen empfehlenswert.

Alex:

Also positiv muss ich festhalten, dass dies der erste Star Wars Film mit Original Feeling war, den ich im Kino sehen durfte. Stimmung und Atmosphäre kommen super rüber. Effekte sind nicht aufdringlich und bei allem merkt man, dass der Fokus auf der alten Trilogie lag. Es wurden gefühlt alle Bilder, Filmmusik etc. 1:1 übernommen, leider wurde auch die Story von Episode IV einfach übernommen und so ahnt man, worauf die neue Trilogie hinauslaufen könnte: simple Neuverfilmung der Originalsaga… das ist nett, keine Frage, aber reicht das? Was bei Star Trek gelang, soll hier nicht einfach wiederholt werden, lieber J. J.. Alle Elemente erhalten einen neuen Namen (bis auf die Jedi), das Imperium ist jetzt die First Order, die Rebellen der neue Widerstand (wogegen eigentlich, die hatten doch den Krieg unerklärlicherweise in Episode VI gewonnen, zumindest gefeiert), irgendeine Republik ohne Einfluss gab es auch gefühlte 9 Minuten im Film und ein Darth ist auch kein Sith Lord mehr, sondern ein Knight of Ren… wobei die Ansprüche an solche sehr gering sein dürften, denn dieser vermag nach Jahren des Trainings nicht mal einen komplett „macht“losen Stormtrooper im Lichtschwertkampf zu besiegen und droht erst recht gegen die Jedi-nicht-mal-Padawan Rey zu verlieren, da sie instinktiv besser kämpft als unser kleiner böser Bube, der Angst vor der hellen Seite der Macht hat, die so verführerisch ist… Nun ja, er hat mich unterhalten, es ist Star Wars Feeling, die technische Umsetzung des 3D ist mies, die Story ist zu sehr gespickt mit Klamauk und der Fokus Disneys auf den lustigen kleinen Merchandising-Figuren ist zu offensichtlich, sehenswert aber nicht legendär.


Punkte:


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