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Mulholland Drive

Thomas: Ein Lynch hatte mir eigentlich völlig gereicht, aber wir mussten ja noch einen draufsetzen, und so gings ab ins Mini-Kino. Die Story ist im Vergleich zu INLAND EMPIRE erstmal überraschend gradlinig und dreht erst gegen Ende hin so richtig auf hinsichtlich Verschiebungen bei Personen, Zeit und Realitäten. Trotzdem bleibt die Story relativ banal: Mädchen vom Lande kommt nach Hollywood, kommt mit den als ungerecht empfundenen Rollenablehnungen nicht klar, verliebt sich in die Konkurrentin, es folgen Romanze, Enttäuschung, Mordauftrag, Schuldgefühle & Identitätsverlust, Wahnsinn & Selbstmord. Problem war nur, nach 1.5 bis 2 Stunden intensiver Characterstudien hatte ich einfach einen Punkt erreicht, an dem es mich schlicht nicht mehr interessierte wie geschickt das ineinander verwurstelt war. Viel zu lang und viel zu lahm, eine nackte Brust am Ende reisst da auch nix mehr raus - und viele der ach so "mysteriösen" Nebenplots dürften der gecancelten Serienidee geschuldet sein.

Günter: Nach 'Inland Empire' im 'Bambi' folgt nun 'Mullholland Drive' im 'Metropol'. 'Folgt mir, ich kenne den Weg' hörte man ihn (mich) noch sagen und dann verließen sie ihn. Scheinbar führerlos fragt man sich wo es denn nun schon wieder hin geht. Leichte bis starke Wendungen führen einen immer wieder in neue Sackgassen oder Irrwege. Am Ende hätte man nur die Bahn weiter fahren müssen und man wäre unbeschadet bis vors Ziel gekommen. 45 Minuten zeitliche Sicherheitsreseve machen aus der Aktion eine Odysse. Ob ich hier den Hinweg oder den Film beschreibe? Nun ja, beides war ähnlich. Schon 'Lost Highway' hat mein junge Ich strapaziert. Inland Empire mich an den Rand eines Nervenzusammenbruchs getragen. Hier bewegen wir uns dazwischen. Es ist Licht am Ende des Tunnels zu erkennen, nur laufen wir in die falsche Richtung. Nun denn, sei's drum. Für Fans sicherlich geeignet, für andere sicherlich nicht. Die Punkte gibt es auch für den unterhaltsamen Abend.

Alex: Zwei Frauen, Freundinnen, Geliebte... nur eine von ihnen ist tot, weil es die andere längst sein sollte. Gemeinsam erkunden sie verlorene Erinnerungen bis die Erkenntnis den endgültigen Tod bringt. Klingt komisch, ist aber so. Ein tiefgründiger Film, keine Sonntagmorgenkost, kein Film zum Frühstück und garantiert kein cine-snack. Dieser Film lässt Raum für Interpretation und schafft Nebenstränge ohne Belang. Dennoch ein Film, der sich lohnt, wenn man auch mal ohne Action auskommen kann.


Punkte:


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