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Krieg der Welten

Thomas: Bis zum vorrübergehenden Abgang des Sohnes ein überragender, schonungslos harter Katastrophen(horror)film - danach leider nur noch bluttriefende Durchschnittskost ohne finalen Höhepunkt, in der Spielberg in Verfolgungsjagden gnadenlos bei seinem eigenen JURASSIC PARK geräubert hat. Die Kinder nerven schnell und einige Storyelemente sind haarsträubend, wie die trotz menschlichem Tunnelbau nicht gefundenen Kampfmaschinen (wie tief lagen die?), Pulverisierung vieler Menschen anstatt sie zu farmen, Videoaufnahmen trotz EMP und am ärgerlichsten die unerklärliche Happy-End Rückkehr des Sohnes. Das in amerikanischem Geschichtsunterricht die französische Besatzungszeit Algeriens gelehrt wird, ist wohl eher ein Wunschtraum. Zudem darf am "überragenden Intellekt" der mitleidslosen Ausserirdischen - denn den müssen sie ja schon mindestens haben, wo sie doch die "Weltmacht" USA besiegen - gezweifelt werden, wenn sie für den Überfall auf die Erde tatsächlich Millionen von Jahren Planungszeit brauchten.

Günter: Mir hat dieses Remake sehr gefallen. Basierend auf einer eher naiven Geschichte (ist ja schließlich nicht mehr ganz taufrisch) und mit dem Manko einige interessante Vorläufer zu haben (Radiohörspiel, Schwarz-Weiß-Klassiker) wird dieser Popkorn-Streifen auf ein Hollywoodgerechtes Nivau modifiziert. Zwar war das Happy-End auch schon zuvor vorhanden, jedoch wünscht man sich hier vielleicht ein wenig mehr Freiheit in der Interpretation. Vergleiche mit Independence Day (wer hat nur bei wem abgeschaut) müssen hier erlaubt sein. Ein Kinovergnügen für anspruchslose Action-Effekt-Liebhaber.

Alex: Ein durchaus unterhaltsamer Film, aus dem ich trotzdem mit dem Gefühl herausgegangen bin, dass irgendwas gefehlt hat... die außerirdischen töten eindrucksvoll einzelne Erdbewohner, jeder bekommt seinen eigenen Laserschuss - sehr effektiv für so eine fortgeschrittene Spezies. Passend auch für USA-Standardfilmkost, dass ein Krieg der WELTEN scheinbar nur zwischen den außerirdischen und Amerika stattfindet. Hier kann man aber auch sagen, dass sich Spielberg ausschließlich auf den Krieg aus der Sicht einer Familie konzentriert.Glücklich auch, dass Amerika nicht wie vermutet von Europäern, sondern von Aliens angegriffen wird, denn Europäer hätten Infrarotsensoren zum Aufspüren von Überlebenden und nicht veraltete "Augen"sensoren, hier hält sich Spielberg viel zu nah ans Original und wirkt absolut veraltet und unglaubwürdig... im 19. Jahrhundert wirkten die sicher modern, heute nicht mehr. Alles in allem eher ein Familiendrama mit absolut überflüssigem Happy End, aber was hat man sonst erwartet.      

Holger: In meinen Augen handelt es sich bei KdW um zwei Filme die abwechslend laufen, der eine handelt von brutalen Fremdweltlern (Nein, keine Europäer), die mit gnadenloser Gewalt die Erde zerstören, der andere Film erzählt von den Problemen eines minderbemittelten Dockarbeiters mit seiner kaputten Familie. Die Verschmelzung der Handlungsstränge ist mehr oder weniger gut gelungen. Die Zerstörungsszenen sind überwältigend und gut gemacht, die Ohnmacht der Menschheit vor der sinnlosen Gewalt der "Aliens" wird eindrucksvoll gezeigt, die "Familienszenen" sind ami-standart. Im Grundgerüst entspricht der Film dem Original von 1953, ntürlich etwas moderner aufgemacht, vielfach fühlt man sich an die Szenen vom 11. September erinnert. Die Hauptdarsteller sind mir im Laufe des Films mehr und mehr auf den Sack gegangen (dummer Cruise, schreiendes kleines Mädchen), aber das war wohl so gewollt. Garniert wird das ganze dann mit einer Happy-End-Schlussszene. Fazit: nett anzuschauen, aber bei weitem kein Meilenstein. (6)


Punkte:


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