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Kingsman: The Secret Service

Thomas:

Angelockt von den total abgedrehten Trailern gab es eine über zweistündige Agentenfilm-Satire der etwas anderen Art zu sehen. Wobei mir sowohl die Einleitung als auch der Mittelteil mit der Ausbildung zu lang und vorhersehbar vorkamen - hier wäre Kürzungspotential gewesen. So gewinnt Kingsman - auch wenn die beiden Hauptdarsteller eine gute Performance abliefern - vorallem immer dann an Witz und Fahrt, wenn der genial von Samuel L. Jackson verkörperte Superschurke im Bild ist. Und das ist über weite Strecken leider zu selten der Fall. Dafür ist das letzte Drittel ab dem Massaker in der Kirche so drastisch wie durchgeknallt, bricht mit allen Konventionen und haut den Zuschauer wuchtig aus dem Kinosessel, in dem er es sich in Erwartung eines Standardshowdowns bereits gemütlich gemacht hat. Ich glaube seit POSTAL habe ich nicht mehr einen so politisch unkorrekten Film gesehen. Hier kriegen alle (außer der Islam natürlich) ihr Fett weg, wenn etwa das Töten von Tieren zur Ausbildung gehört, rassistische Katholiken sich niedermetzeln, Frauen ihre Babys angreifen, Gentlemen Streitereien sofort mit höchster Brutalität lösen, die korrupte Politikerkaste gesprengt wird, Stars zu Klimawandeljüngern werden, exzessives Product Placement am Beispiel Fastfood, Mobiltelephone die Menschen zu willenlosen Zombies machen und Männer die Welt retten während Frauen zum Dank den Axx voll kriegen etc... Erwähnenswert sei noch die schamlose Gewaltverherrlichung - FSK 18 wäre da auch drin gewesen, denn z.B. so einen "leicht und locker" präsentierten minutenlangen Massenmord an Unschuldigen zu launiger Partymusik wie in der Kirche hat man wohl selten gesehen. Dank ihrer unerwarteten Präsentation des nackten Hinterteils am Schluss dürfte die schwedische Prinzessin ganz allein dann auch in den USA das R-Rating gesichert haben.

Günter: fehlt

Alex: nicht gesehen


Punkte:


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