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Kill Bill Vol. 2

Thomas: Wer langatmige Tarantino-Dialoge per Definition schon Kult findet wird begeistert sein, alle anderen können ob der lahmen Weisheiten, die hier andauernd ausgetauscht werden, mit wachsender Müdigkeit kämpfen. Natürlich ist dieser Bruch zum rasanten ersten Teil gewollt und kann als geniales Stilmittel verstanden werden, genauso wie die teilweise an Laientheater erinnernde Vortragsweise. Tarantino (leider wieder kein Gastauftritt, oder?) traut sich wieder was neues und nimmt die Zeit, sich in PULP FICTION Manier auch mit den nebensächlichsten Details zu beschäftigen - man will ja nicht in beiden Volumes das gleiche bieten. Nur : Vol 1 hat mich gut unterhalten, Vol 2 erstickt fast an quälender Langsamkeit, und das können auch die zahlreichen Filmhommagen nicht kaschieren. Lediglich der Tarantinobonus bewahrt Vol 2 vor dem totalen Absturz.

Günter: Nachdem B-B in den vorausgegangenen 100 Minuten den Erdball bereits von allem Unrat bereinigt hatte besinnt sie sich hier nur auf alte Tugenden und versucht es nun wieder mit ein wenig belangloser Konversation. 123 Minuten in denen 3 Figuren das Leben verlassen, hätte im Vorgänger nur alle 41 Minuten ein Lebenslichtlein ausgelöscht werden dürfen, so wäre dieser nach 50 Tagen immer noch nicht zu Ende. Es wirkte hier, als wäre man in einem völlig anderen Film in dem einzig die Hauptdarstellerin noch mit dem bekannten Make-Up durch die Szenen huscht. Zwar ist auch dieser Film ein typischer Tarantino, nur stellt sich die Frage warum er hier 123 Minuten brauchte für was, was man auch in einer Werbepause erledigen könnte. Fazit: Wer das Ende noch nicht kennt (man beachte den Titel), der muß ihn gucken, alle anderen sollten vorspulen, oder zu 'Hero' greifen (Töten auf 10 Schritten). Note +1 für den Tarantino-Bonus

Alex: Also wer einen Actionfilm ala Vol. 1 erwartet, den man auch mit Alkohol genießen kann, dem sei gesagt, dass er diesen Film am besten nicht ohne Alkohol genießen sollte. Während langer und vor allem langwieriger Dialoge bleibt jede Menge Zeit sich einen (oder am besten mehrere) einzugießen und direkt wegzukippen... und da der Film viel Zeit... viiiieeeellll Zeit dafür bietet, werden die Dialoge immer weniger störend. Der Film hätte um gut eine 3/4 h gekürzt werden können und der "krönende Abschluss" war die "töten auf 5 Schritt"-verschnitt-taktik der "Herzattacke"... das gab mir dann den Rest. M.E. eine eher schwache Fortsetzung mit einigen, wenigen Highlights.


Punkte:


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