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Hobbit III, Der - Die Schlacht der fünf Heere

Thomas:

Und nun auch der Abschluss der Hobbit-Trilogie. Ich hatte hierbei einen guten Vergleich zum HERR DER RINGE, durfte ich doch kurz zuvor im 12-stündigen Marathon nochmals dessen Extended-Fassungen im Kino genießen. Nach den reinen Jump&Runs der vorherigen HOBBIT-Teile durfte man nun im Finale tatsächlich einen Hauch epischen Geschehens erwarten, schließlich war man ja bereits am Zielort angekommen. Dass dabei alles aussah wie Kulissen mag der HFR-Technik geschuldet sein (die Seestadt wirkte wie Schlumpfhausen), aber auch das Timing für Szenen passte oft überhaupt nicht. So wirkt die Handlung trotz ihrer gigantischen Aufblähung an den wichtigen Stellen trotzdem gehetzt bzw. abgehackt und erscheint häufig als bloßes Abarbeiten von Szenen. Manche Dialoge wirken so aufgrund ihrer Unmotiviertheit sogar unfreiwillig komisch, selbst die Schlacht endet mittendrin: Hier wurde offenbar ein unfertiger Film ins Kino gegeben, der selbst in der extended Version kürzer sein wird als der kürzeste HERR DER RINGE in der Kinofassung, bloß um mit erweiterter (und hoffentlich runderer) Fassung im Nachgang nochmals abzukassieren. Auch wird der mächtige SMAUG nach seiner Witzfigureinlage (20 Minuten peinliche Zwergenjagd) am Ende von Teil 2 direkt im Vorspann von Teil 3 verheizt - hätte man das nicht schon im Finale des zweiten Teils würdig in Szene setzen können? Ach nein, dann wäre Teil 3 ja zu kurz geworden.. Selbst die gewaltige Schlacht der 4 Heere wurde so chaotisch (und stark abweichend von der Vorlage) in Szene gesetzt, dass man nirgendwo mitfiebern kann, während sich die Kameras auf schier endlose Bosskämpfe konzentrieren. Massen von CGI-Orks kämpfen gegen CGI-Zwerge und CGI-Elben, ein paar CGI-Menschen mittendrin, alles sieht irgendwie gleich aus und am Ende gewinnt irgendwer wie auch immer. Insgesamt damit mehr TRANSFORMERS als charmantes Mittelerde und auf allen Ebenen nur ein blasser Schatten des HERR DER RINGE - zumindest weiss man nun, wie dieser ausgesehen hätte, wäre er in 15 Teilen auf 30 Stunden plus gestreckt worden und rein am Computer entstanden. Letzlich scheint Peter Jackson mit dem HOBBIT ähnlich Thorin´s Drachenfluch dem Größenwahn verfallen zu sein - ein einzelnes spannendes 3stündiges Epos hätte da sicherlich deutlich mehr Qualität haben können. Aber was solls, die Einspielzahlen geben dem Studio allemal recht. Da hätte man also ruhig noch mehr strecken können. Vielleicht im Remake dann.

Günter:

War Teil eins noch als Wiedersehen in Mittelerde kurzweilig und unterhaltsam; so hat sich diese über Teil 2 zum Finale in eine langatmige, gelangweilte Inszenierung gewandelt. Auch das Wiedersehen mit ‚alten Bekannten‘ kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass nahezu alle Charakter in die Bedeutungslosigkeit verblassen. Selbst der Hobbit ist nur noch eine Nebenfigur mit 3 bedeutungsleeren Sätzen. Wichtige Interessante Figuren und Handlungsstränge werden nebenbei abgehandelt. Konstruierte Boss-Kämpfe verdrängen die strategielosen Massenschlachten, die als reine CGI-Inszenierung in vielen Computerspielen besser rüber kommen. PJ scheint jedes Gespür für Timing verloren zu haben. Ein ReCut in der Form von ‚Alexander‘ auf einen 180 Minüter über alle 3 Teile könnte hier Abhilfe verschaffen. HFR3D vermittelt einem, neben brillant scharfen Bildern, zudem das Gefühl einer durchschnittlichen Bühnen-Inszenierung. Am Ende immer noch sehr gutes Popcorn-Kino, leider weiter unter dem Niveau von HDR.

Alex: nicht gesehen


Punkte:


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