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Hobbit I, Der - Eine unerwartete Reise

Thomas:

Da ist er nun, der erste Teil der lang erwarteten und vorab mit unzähligen Problemen behafteten Verfilmung der HERR DER RINGE Vorgeschichte. Einerseits war ich durchaus skeptisch, wie man aus der kleinen Hobbit-Buchvorlage gleich drei überlange Spielfilme zaubern kann ohne Längen und Füllmaterial zu produzieren, andererseits hat Peter Jackson ja schonmal bewiesen, dass er das Beste aus Mittelerde herausholen kann. Und so gönnte ich mir die Ultraversion in 3D und 48fps, um gleich auch der neuen Technik eine Chance zu geben. Dazu vorab: 3D brauchte es nicht wirklich, und die erhöhte Bilderzahl ist ebenfalls verzichtbar, wenn man auch die wohl höchste je gesehene Bildqualität neidlos anerkennen muss. Allerdings müssen gerade Fantasy-Filme eben nicht schärfer als die Realität sein - insbesondere wo nun vieles von Wargen über Orcs bis Kaninchenschlittenfahrt doch arg nach Computer aussieht. Dass diesmal deutlich mehr und schlechtere CGI als Miniaturen eingesetzt wurde stört mich deshalb mehr als die 48fps, die es so schonungslos aufdecken. Ansonsten kämpft der Neuanfang mit dem Problem, dass HERR DER RINGE in allen drei Teilen eben nicht nur passabel, sondern grandios war. So begeistern lediglich die Szenen zwischen Bilbo und Gollum, der Rest reicht von ganz nett (etwa die lange Einführung der Zwerge) über schon mal gesehen (z.B. die Wanderung durch die Berge inklusive Steinschlag) bis hin zu skurril (besonders die Disney-haften Episoden mit Radagast). Martin Freeman als Bilbo ist perfekt gecastet und wenigstens ansatzweise charakterisiert, die übrigen Beteiligten bleiben leider blasse und eindimensionale Karikaturen. So schön etwa das Wiedersehen mit Galadriel und Saruman ist, warum wirken diese so unmotiviert? Wie konnte es passieren, dass bei soviel zugedichtetem Material gerade die Trollszene als Highlight der Buchvorlage kaum Zeit bekommt? In der zweiten Filmhälfte gibt es dann zwar reichlich Action, allerdings als endlose slapstickartige Verfolgungsjagden ohne Höhepunkte oder Spannung - kein Vergleich etwa zur epischen Flucht aus Moria in DIE GEFÄHRTEN. Da ist jedenfalls noch gewaltig Luft nach oben in den Fortsetzungen.

Günter:

kommt noch

Alex:

kommt noch


Punkte:


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